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Kurkuma Paste selber machen (mit Pulver oder frischer Wurzel)

27.05.2025 | Ayurveda, Gesundheit, Wissen

Kurkuma Paste selber machen (mit Pulver oder frischer Wurzel)Du liebst Goldene Milch? Dann brauchst Du unbedingt unser Rezept für Ingwer-Kurkuma-Paste! Dieses bewährte ayurvedische Hausmittel schmeckt großartig und hat eine kräftigende und ausgleichende Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Statt Kurkuma-Paste oder entsprechende Pülverchen teuer zu kaufen, kannst Du sie einfach selbst herstellen: Wir sagen Dir, wie es geht.

Einfaches Rezept für Kurkuma-Paste

Kurkuma-Paste ist aus Sicht des Ayurveda ein echtes Multitalent. Das älteste Heilsystem der Welt verwendet sie traditionell zur innerlichen und äußerlichen Reinigung, zum Stärken der Verdauungskraft und als natürlichen Entzündungshemmer.

Die Grundlage der Paste ist – Du hast es Dir wahrscheinlich schon gedacht – die fabelhafte Kurkumawurzel. Die gelbe Wurzel, die unter anderem dem Currypulver seine intensive Farbe verleiht, wird im Sanskrit Haridra genannt.

Kurkuma-Paste: Für Goldene Milch und mehr

Mit seiner leuchtenden Farbe steht der Kurkuma für Reinigung, Licht und Lebenskraft. Die ayurvedische Küche verwendet ihn in unzähligen Rezepten – unter anderem für die Goldene Milch, das klassische ayurvedische Tonikum.

Das Rezept für das nährende, goldene Getränk enthält neben Kurkuma meistens Ingwer und einige weitere Gewürze, wie zum Beispiel Zimt, Kardamom oder Anis. Wichtig ist außerdem eine Prise schwarzer Pfeffer, weil der darin enthaltene Stoff Piperin die Wirkung des Wirkstoffs Curcumin verstärkt.

Paste mit Kurkuma und Ingwer selber machen

Der „Kurkuma Latte“ ist inzwischen so beliebt, dass der Einzelhandel sich darauf eingestellt hat: In Supermärkten und Online-Shops findest Du jede Menge Kurkuma-Pasten und -Pülverchen, um die Goldene Milch zu Hause zuzubereiten.

Der Nachtteil daran: Die meisten dieser Produkte sind relativ teuer und stecken voller unnötiger Süß- und Zusatzstoffe. Im Ayurveda bereiten wir die Kurkuma-Paste einfach selber zu. Damit sparst Du Geld und weißt immer, was Du zu Dir nimmst.

Die Wirkung von Kurkuma: Bei Entzündungen & Co.

Im Ayurveda zählt Kurkuma zu den bedeutendsten Heilpflanzen. Er hat einen scharfen und bitteren Geschmack (Rasa) und leichte, trocknende und erwärmende Eigenschaften (Gunas).

Der Ayurveda schreibt dem Kurkuma eine reinigende Wirkung auf das Blut (Rakta) und das Plasma (Rasa) zu. Die gelbe Wurzel unterstützt die Leberfunktion, fördert die Verdauungskraft (Agni) und hilft, Stoffwechselrückstände (Ama) zu reduzieren.

Kurkuma gilt zudem als tridoshisch: Das bedeutet, dass er alle drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) ausgleichen kann. Zumindest, wenn Du ihn richtig zubereitest und angemessen dosierst.

Kurkuma und die Doshas

  • Vata: Kurkuma wirkt erwärmend und kann damit die kalten, trockenen Eigenschaften von Vata harmonisieren. Besonders in Kombination mit Ghee oder warmer Milch entfaltet die Pflanze eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem.
  • Pitta: Die bitteren und adstringierenden Eigenschaften von Kurkuma können helfen, überschüssige Pitta-Hitze und Entzündungen zu reduzieren. Wegen der erhitzenden Wirkung sollten Pitta-Typen Kurkuma aber maßvoll nutzen und möglichst mit kühlenden Substanzen wie Aloe Vera kombinieren.
  • Kapha: Der scharfe, trocknende und bittere Charakter hilft, die schweren und feuchten Eigenschaften von Kapha zu reduzieren. Kurkuma fördert die manchmal träge Kapha-Verdauung und wirkt Trägheit und Schleimbildung entgegen.

Wie Du die Kurkuma-Paste selber machst

Für die Kurkuma-Paste mischen wir entweder Kurkumapulver oder frische Kurkumawurzel mit Wasser, Öl und schwarzem Pfeffer und kochen das Ganze ein. Beide Varianten funktionieren wunderbar: Wenn Du keine frische Kurkumawurzel findest, kannst Du die Paste also problemlos mit Pulver zubereiten.

Das Originalrezept verwendet nur Kurkuma, Pfeffer und etwas Ghee oder Kokosöl. Wir sind aber Feinschmecker und bevorzugen die Kurkuma-Paste mit Ingwer. Weitere Gewürze wie Zimt, Piment, Muskat, Vanille, Tonkabohne oder Anis kannst Du nach Belieben ergänzen.

Etwas Fett solltest Du unbedingt zugeben: Ähnlich wie der Pfeffer kann das die Nährstoffaufnahme verbessern. Bitte pass beim Zubereiten aber gut auf Deine Kleidung und helle Textilien auf: Kurkuma ist ein sehr potentes natürliches Färbemittel. Sollte trotzdem etwas gelb werden, hilft Sonnenlicht, die Farbe wieder auszubleichen.

Das Rezept für Kurkuma-Paste

Variante 1: Mit frischer Kurkumawurzel

Zutaten:

  • 60 g frische Kurkumawurzel (geschält und fein gerieben)
  • 30 g frischer Ingwer
  • 1 Msp frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Optional: 1 TL Zimt oder weitere Gewürze
  • 1 EL Ghee oder Kokosöl
  • 200 ml Wasser

Zubereitung:

  • Kurkuma und Ingwer schälen und fein hacken.
  • Die Stückchen mit den optionalen weiteren Gewürzen in einem kleinen Topf mit dem Wasser auf mittlerer Hitze aufkochen.
  • Zugedeckt köcheln lassen (etwa 20 Minuten).
  • Mit einem Stabmixer oder in einem Universalzerkleiner zu einer feinen Paste verarbeiten.
  • Anschließend Ghee oder Kokosöl einrühren.
  • Abkühlen lassen und in ein sauberes Glas füllen.

Variante 2: Mit Kurkumapulver

Zutaten:

  • 5 EL Kurkumapulver (möglichst in Bio-Qualität)
  • 2 El Ingwerpulver
  • 1 Msp frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Optional: 1 TL Zimt oder weitere Gewürze
  • 1 EL Ghee oder Kokosöl
  • 250 ml Wasser

Zubereitung:

  • Gewürzpulver mit dem Wasser in einem kleinen Topf verrühren und zum Kochen bringen.
  • Unter Rühren leicht köcheln lassen, bis eine cremige, glänzende Paste entsteht (etwa 7–8 Minuten).
  • Ghee oder Kokosöl hinzufügen und gut verrühren.
  • Nach dem Abkühlen in ein Glas füllen. Im Kühlschrank hält sich die Kurkuma-Paste bis zu zwei Wochen.

Aufbewahrung & Haltbarkeit: So bleibt Deine Paste frisch

Selbstgemachte Kurkuma-Paste aus Pulver hält sich im Kühlschrank etwa zwei Wochen. Wenn Du frische Wurzeln verwendest, bleibt sie ungefähr eine Woche lang frisch. Falls die Paste säuerlich riecht oder sich Schimmel bildet, solltest Du sie entsorgen.

Am besten bewahrst Du sie in einem sauberen, verschlossenen Schraubglas auf. Verwende beim Entnehmen immer einen sauberen Löffel: Damit vermeidest Du, dass Keime in die Paste gelangen.

Wenn Du größere Mengen vorbereiten möchtest, kannst Du die Paste portionsweise einfrieren. Am einfachsten klappt das mit einem Eiswürfelbehälter – dann hast Du immer eine passende Portion zur Hand.

Die selbstgemachte Kurkuma-Paste verwenden

Für eine Tasse Goldene Milch gibst Du einen Teelöffel Deiner Kurkuma-Paste mit 250 ml Pflanzenmilch oder Kuhmilch in einen Topf. Bitte nur sanft erhitzen, nicht kochen. Dieser Trunk wirkt beruhigend und entzündungsregulierend, unterstützt die Regeneration und stärkt Agni, Dein Verdauungsfeuer.

Die Kurkuma-Paste mit Ingwer eignet sich aber auch als Gewürzpaste für Smoothies, Currys, Suppen oder Dal. Oder Du lässt Dich vom balinesischen „Jamu“ inspirieren und rührst sie einfach in etwas warmes Wasser ein.

Im Ayurveda setzen wir Kurkuma-Paste manchmal auch äußerlich ein. Dank den antibakteriellen und entzündungshemmenden Effekten der Inhaltsstoffe eignet sie sich zum Beispiel bei Hautunreinheiten, Rötungen oder leichten Entzündungen. In Kombination mit Aloe Vera ist Kurkuma zudem ein linderndes Hausmittel bei einem Sonnenbrand.

Fazit: Am besten selbstgemachte Kurkuma-Paste

Eine selbstgemachte Gewürzpaste für Goldene Milch und andere ayurvedische Köstlichkeiten? Nichts leichter als das! Mit unseren Rezepten für Kurkuma-Paste hast Du ab jetzt immer einen Vorrat zu Hause. Die Paste ist wirklich schnell zubereitet und schmeckt ganz nebenbei noch zehnmal besser als alles, was Du im Handel kaufen kannst.

Wenn Dir der Geschmack der Kurkuma-Paste zu intensiv ist, kannst Du Deine Goldene Milch mit etwas Honig, Ahornsirup oder Dattelsüße abschmecken. Falls Du Honig verwendest, gib ihn aber bitte erst zu, wenn das Getränk Trinktemperatur hat.

Höre auf Deinen Körper

Wie immer empfehlen wir Dir, auf Deinen Körper zu hören und das Rezept an Deine Bedürfnisse anzupassen. Vatas können gut etwas mehr Fett und Süße vertragen, bei Kaphas darf es zusätzlich gerne eine Prise Chili oder mehr Ingwer sein.

Vorsichtig verwenden solltest Du die Kurkuma-Paste, wenn Du eine starke Pitta-Dominanz hast. Falls Du schwanger bist, zu Gallensteinen neigst oder blutverdünnende Medikamente einnimmst, sollest Du mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin sprechen, bevor Du regelmäßig Kurkuma verwendest.

Du möchtest noch tiefer in die Ayurveda-Ernährung einsteigen? In unseren Ayurveda Seminaren und Ausbildungen bieten wir Dir fundiertes Wissen, persönliche Begleitung und eine Gemeinschaft, die Ayurveda lebt – mit Verstand, Herz und Seele. Wir würden uns sehr freuen, Dich kennenzulernen!

FAQ: Kurkuma-Paste selber machen

Warum sollte ich Kurkuma-Paste selbst machen?

Selbstgemachte Paste ist günstiger, ist schnell gemacht und Du weißt genau, was drin ist. Außerdem kannst Du sie geschmacklich individuell anpassen: Zum Beispiel mit Ashwagandha, Zimt, Kardamom, Vanille oder Tonkabohne.

Was ist besser – Kurkumapulver oder frische Kurkumawurzel?

Beides funktioniert wunderbar. Die frische Wurzel hat ein intensiveres Aroma, Pulver ist aber leichter zu bekommen und etwas praktischer ist in der Anwendung. Kurkuma-Paste, die Du mit Pulver zubereitest, hält sich zudem etwas länger.

Wie lange ist die Kurkuma-Paste haltbar?

Im Kühlschrank hält sich die Paste mit Pulver ca. zwei Wochen, mit frischer Wurzel etwa eine Woche. Für längere Haltbarkeit kannst Du sie portionsweise einfrieren.

Warum muss schwarzer Pfeffer in die Kurkuma-Paste?

Weil das Piperin im Pfeffer die Aufnahme der Kurkuma-Wirkstoffe deutlich verbessert. Ohne Pfeffer kann der Körper das Curcumin nur schwer verwerten.

Für wen ist die Kurkuma-Paste nicht geeignet?

Bei Schwangerschaft, Gallenproblemen oder wenn Du blutverdünnende Medikamente nimmst, solltest Du Kurkuma nur nach Rücksprache mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt regelmäßig verwenden. Auch wenn Du viel Pitta in Deiner Konstitution hast oder unter einer Pitta-Störung leidest, kann Kurkuma zu stark erhitzend sein.

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