Unterstützende Behandlung der Lungentuberkulose mit ayurvedischen Medikamenten

Ayurveda Studie LungentuberkuloseEine durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursachte Infektionskrankheit mit ansteigendem Auftreten ist die Tuberkulose. Beim Menschen tritt sie am häufigsten als Lungentuberkulose auf, bei einem Immundefekt zeigt sich vermehrt auch ein Befall außerhalb der Lunge. Nicht alle mit diesen Bakterien infizierten Menschen erkranken tatsächlich im Laufe ihres Lebens, betroffen sind meist besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder genetisch bedingter Anfälligkeit. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch Tröpfcheninfektion von erkrankten Menschen in der Umgebung. Die Tuberkulose kann auch von verschiedenen Tieren auf den Menschen übertragen werden. Umgekehrt ist die Übertragung von Menschen auf andere Tiere ein wichtiger Aspekt beim Artenschutz seltener Primaten.

Die Erreger oder deren Erbgut werden labordiagnostisch nachgewiesen und somit eine Erkrankung bestätigt. Zur Behandlung stehen verschiedene Antibiotika (Antituberkulotika) zu Verfügung, die speziell gegen die genannten Mykobakterien wirksam sind. Zur Vermeidung von Resistenzentwicklungen und Rückfällen müssen diese unbedingt in Kombination und nach Vorgabe Weltgesundheitsorganisation über mindestens ein halbes Jahreingenommen werden. Die Tuberkulose unterliegt in der Europäischen Union und im größten Teil der Welt der namentlichen Meldepflicht.

Die Behandlung von Lungentuberkulose ist im Ayurveda seit Jahrtausenden bekannt (Yakshma, Rajayakshma) und wurde in Indien bis zur Mitte der 1990er-Jahre erfolgreich angewandt. Nach der Entdeckung von Streptomycin und später weiterer Antituberkulotika setzte sich die schulmedizinische Medikation durch. Neuerdings tritt die Lungentuberkulose jedoczh in entwickelten Ländern wie den USA wieder vermehrt auf und stellt aufgrund antibiotika-resistenter Erregerstämme eine Herausforderung dar, so dass die Weltgesundheitsorganisation sich auf die traditionelle Medizin besann und nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten suchte.

Kurzbeschreibung der Studie

Es handelt sich um eine erste explorative Beobachtungsstudie (Pilotstudie) und eine offene Studie mit therapeutischer Kontrolle. Die Studie wurde durchgeführt im Patipukur Tb Krankenhaus J B Roy State Ayurveda Medical College und Krankenhaus Kolkata.

In dieser klinischen Studie von sieben Experten von verschiedenen Universitäten in Indien sollte das Ziel erreicht werden, durch eine begleitende ayurvedische Medikation und Therapie die Toxizität und die Nebenwirkungen der Antituberkulotika zu senken und den Heilungsprozess zu fördern, indem die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe der Antituberkulotika erhöht wurde.

99 Lungentuberkulose-Patienten wurden 28 Tage lang mit Antituberkulotika und zusätzlichen ayurvedischen Mitteln (insbesondere mit Ashwaganda, Chyavanprash) behandelt. Getestet wurden vor und nach der Behandlung das Blutbild, die Keimzahl im Speichel, die Immunglobuline IgA und IgM, Blutzucker, Leberfunktionalität, Serumkreatinin sowie der Isoniazid- und Pyrazinamid-Gehalt im Blut. Aswagandha ist ein bekannter Immunmodulator mit möglicher Anti-Stress-Aktivität; Chyawanprash wird im Ayurveda zur Behandlung von Husten, Erkältung, Tuberkulose und auch zum Immunschutz eingesetzt.
Nach der Behandlung waren die Symptome zurückgegangen, das Körpergewicht hatte sich normalisiert, die Blutsenkungswerte waren normal; es gab eine beachtliche Veränderung bei den IgA- und IgM-Werten und eine signifikant erhöhte Bioverfügbarkeit von Isoniazid und Pyrazinamid.

Diese innovative klinische Studie ist sehr vielversprechend bei der Suche nach einer effektiven und sanfteren Lösung für die Behandlung der Lungentuberkulose mit Reduzierung der Nebenwirkungen.

  • Originaltitel der Studie: Adjunct therapy of Ayurvedic medicine with anti tubercular drugs on the therapeutic management of pulmonary tuberculosis
  • Autoren: P. K. Debnath, Jaydeb Chattopadhyay, Achintya Mitra, Anjan Adhikari, Mirza Samsur Alam, S. K. Bandopadhyay und Jayram Hazra
  • Originalsprache: Englisch
  • Veröffentlichungsdatum: September 2012
  • Originalstudie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3487240/
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